Unter-Emmentaler vom 30. April 2007:

Ein «musikalischer Leckerbissen»

Das dritte Solistenkonzert der Brassband Emmental überzeugte auf der ganzen Linie. Der Auftritt der Brassband selbst zeigte ein sehr hohes Niveau, und die professionellen Musiker des Duos «Synthesis» versetzten die Zuhörer mit ihrem Können immer wieder aufs Neue in Erstaunen.

Um punkt 20 Uhr betraten am vergangenen Samstagabend die Musikerinnen und Musiker der Brassband Emmental die Bühne im Hotel Mohren in Huttwil. Die Blasmusikanten und Perkussionisten wurden vom zahlreich erschienenen Publikum mit einem warmen Applaus empfangen.

 

Neuer Dirigent

Mit dem beschwingten Stück «Opening» des Wallisers Bertand Moren eröffnete die Brassband das zum dritten Mal stattfindende Solistenkonzert. Anschliessend begrüsste Ansager Bernhard Augstburger die Besucher. Er betonte, dass die Brassband Emmental seit diesem Frühjahr neu vom 36-jährigen Heinz Heiniger dirigiert wird, der mehrere angesehene Musikdiplome vorweisen kann und seit 1999 den Posaunenchor Walterswil-Oeschenbach und seit 2002 die Musikgesellschaft Melchnau dirigiert. Am Ende der Begrüssung sagte Bernhard Augstburger sogleich das zweite Stück mit dem Titel «Gautete» von Kevin Norbury an. «Gautete» erwies sich als sehr abwechslungsreiches Stück: Die Band spielte mit der Lautstärke, das Schlagzeug spielte eine tragende Rolle und begleitete nicht nur, und Instrumente wie der Triangel und das Xylophon kamen kurzzeitig zum Einsatz. Anschliessend gab die Brassband das Stück «Bohemian Rhapsody» von Freddie Mercury zum Besten.

Besonderer Leckerbissen

Bernhard Augstburger versprach mit dem Lied «Glorifico Aeternum» von Dean Jones einen besonderen Leckerbissen. Das aus mehreren Gottesdienstliedern zusammengesetzte Stück begann schnell und ergreifend, beinhaltete jedoch auch ruhige Teile und endete in einem schnellen und lautstarken Finale. Ohne Frage hat «Glorifico Aeternum» dem Publikum sehr gut gefallen, denn es wollte kaum mehr aufhören zu applaudieren. Also setzte die Brassband Emmental zu einer flotten Zugabe an. Eine Passage, in welcher die Musikantinnen und Musikanten zu einem Solo des Trompeters Christof Hess mit Klatschen den Takt angaben, verlieh dem Stück eine einzigartige Note.

Diverse Klangmöglichkeiten vorstellen

Nach der Pause betrat das Duo «Synthesis», bestehend aus Thomas Rüedi am Euphonium und Raphael Christen am Marimbaphon, die Bühne und stimmte ein ruhiges Stück an. Anschliessend trat Thomas Rüedi ans Mikrophon und erklärte, dass das Duo diverse Klangmöglichkeiten vorstellen möchte. Die beiden professionellen Musiker spielten vorwiegend ruhige Stücke. Es war faszinierend zu sehen, wie Raphael Christen mit den Händen, in denen er je zwei Schläger hatte, beinahe über das Instrument zu schweben schien.

Kleiner schwedischer Exkurs

Vor dem siebten Stück trat Thomas Rüedi wiederum vors Mikrofon und kündigte «Vem kan Segla», einen schwedischen Volkstanz, an. Hauptbotschaft des Liedes: Man kann zwar segeln ohne Wind, aber als Mensch nicht ohne Freundschaft sein. «Vem kan Segla» kam beim Publikum sehr gut an und erntete begeisterten Applaus.
Kurze Zeit später wagte sich Raphael Christen ans Mikrofon. Er bedankte sich bei den Besuchern, der Brassband Emmental und rührte ausserdem die Werbetrommel für die CD's der Brassband Emmental und natürlich des Duos «Synthesis», welche man an der Kasse kaufen konnte: Anschliessend kündigte er das letzte Stück «Gankino horo» an, ein bulgarisches Volkslied. Das Lied war ursprünglich für Streichinstrumente gedacht, doch die beiden fanden ein Arrangement für Flöte und Klavier, welches sie auf ihre beiden Instrumente übertragen konnten. Für dieses letzte Stück setzte Raphael Christen nun noch einen drauf und spielte nicht wie zuvor mit vier, sondern sogar mit fünf Schlägern.

Gemeinsamer Abschluss

Nach einer kleinen Umbaupause gaben schliesslich die Brassband Emmental und «Synthesis» noch ein Stück des bekannten amerikanischen Komponisten James Barnes zum Besten. Das dritte Solistenkonzert der Brassband Emmental überzeugte auf der ganzen Linie. Die Gastgeber boten sehr abwechslungsreiche Stücke auf hohem Niveau, und die beiden Spitzenmusiker des «Synthesis» spielten äusserst virtuos und schlichtweg perfekt. Der 21-jährige Euphoniumspieler Christian Staub hatte ganz recht mit der Aussage: «Es ist eine sehr grosse Ehre für Huttwil, dass es von derartigen Spitzenmusikern beehrt worden ist.»