Wie bereits vor zwei Jahren erreichte die Brass Band Emmental erneut den 2. Rang an der Solothurn Marching-Parade. Diesmal zeigte die Band unter dem Motto "Wildes aus dem Wilden Westen" ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm mit Saloon-Besuch, Line-Dance, Poker-Runde, Bar-Schlägerei und einem finalen Duell!

 

 

 

Kleine Röcke an grosser Show

Solothurner Zeitung vom 14.9.2009:

Die Sieger der 5. Solothurn Marching-Parade stehen fest: Den ersten Preis holte sich die Lucerne Marching Band, den zweiten eroberte die Brass Band Emmental, gefolgt von der Musikgesellschaft Unterentfelden.

Zürcher Majoretten in kurzen Röcken tänzelten übers Kopfsteinpflaster der Altstadt, Trommler und Pfeifer aus Genf marschierten mit Dreispitz, Kniehosen und schwarzen Stiefeln den Zuschauerreihen entlang, während die Emmentaler Wild-West-Boys statt einem Colt alle Register ihrer Instrumente zogen. Mit schwarzer Fellmütze und voranschreitenden Glimmer-Girls bot das aus Deutschland stammende Fanfarencorps 1966 aus Königstein e.V. den Hingucker par excellence.

Zuschauer fieberten mit

Die Solothurn Marching Parade bietet viel fürs Auge und fürs Ohr - weit mehr als nur Marschmusik. Neun Korps servierten Musik der Spitzenklasse: Neben klassischen Märschen gab es Kostproben aus Rock und Pop sowie konzertante, romantische und folkloristische Stücke bis zu A-cappella-Gesangseinlagen zu hören. Mit einem Strauss aus Radetzkymarsch, James-Bond-Musik und Musical-Melodien überzeugte die Lucerne Marching Band, angefeuert von dicht gedrängten Zuschauern, die einen Blick auf die blauweiss gewandeten Musiker erhaschen wollten.

Wer sich keinen der vorderen Plätze angelte oder über Gardemasse verfügt, musste sich inmitten hunderter Besucher strecken, um die kunstvollen Einlagen der Formationen zu bewundern. Die Juroren Kurt Brogli, Redaktionsleiter Volksmusik bei Schweizer Radio DRS, und Max Schenk, Musikinstruktionsoffizier der Schweizer Militärmusik, hatten drei mit je achttausend, viertausend und zweitausend Franken dotierte Prämierungen zu vergeben. Kurt Brogli: «Die überragende Qualität des Gebotenen hat uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.»

Schlusspunkt Solothurner Marsch

Der Lommiswiler Stefan Schwarz organisierte die Solothurn Marching-Parade im Auftrag der Stadtmusik Solothurn, die für einmal nicht aktiv mitspielte, sondern den Grossanlass durchführte. Dieser geht übrigens auf eine zweckgebundene Schenkung des verstorbenen Unternehmers Bill de Vigier zurück.

Traditionell setzte die Berittene Artilleriemusik Solothurn den Schlusspunkt, bevor sich auf der St. Ursentreppe alle Musikvereine zum Finale und zum Solothurner Marsch formierten.


Marschmusik-Klänge in der Altstadt

Solothurner Tagblatt vom 14.9.2009

Die Strassen der Solothurner Altstadt füllten sich am Samstag erneut mit Marschmusik-Klängen. Erstmals landeten ausschliesslich Schweizer Formationen auf dem Podest. Den ersten Platz ergatterte die Lucerne Marching Band.

Fortuna war den Luzernern hold, als sie als erste Formation starteten und zu den fetzigen Klängen von «New York, New York» und dem Soundtrack der Bond-Filme durch die Altstadt zogen. Optisch faszinierte auch die dem Wilden Westen entstiegene Brass Band Emmental: Mit karrierten Baumwollhemden, Lederwesten, Blue Jeans und Cowboyhut boten sie auch intern ein musikalisches Duell. In den vorangegangenen Wettbewerben hatte das Korps einmal den dritten Platz und zweimal Silber geholt. Auch heuer landeten sie wieder auf Platz zwei.

Den dritten, mit zweitausend Franken dotierten Preis holte die Musikgesellschaft Unterentfelden. Die Eleganz der rot-weissen Uniformen und den federleicht wirkenden Schrittkombinationen, mit denen die weissen Turnschuhe übers Kopfsteinpflaster flogen, begeisterte.

Helden in Kniehosen

Der Gastgeberverein, die Stadtmusik Solothurn, führt das Musikspektakel dank einem Legaten von Bill de Vigier durch: Nora de Vigier, Witwe des Gönners, war extra aus ihrer Heimatstadt London angereist, um sich am farbenprächtigen Spektakel zu erfreuen. Das aus Deutschland kommende Fanfarencorps 1966 Königstein e.V. erinnerte mit seinen schwarzen Fellmützen denn auch an die Royal Guards vor dem Buckingham Palace.

Die zur Formation gehörenden Tänzerinnen mit den roten Federwedeln eroberten die Zuschauer im Sturm. Wie auch die Majoretten der Stadt Zürich, welche die vereint auftretenden Musikverein Harmonie Urdorf und Musikgesellschaft Dottikon begleiteten. Stimmig zu den barocken Fassaden der Ambassadorenstadt passten die Dreispitze und Schossröcke der «Fifres et Tambours du Conservatoire populaire de musique, Genève». Obschon sie für einmal ohne Auszeichnung blieben: Mit ihren kunstvollen Schritt- und Schlegelkombinationen gehörten sie zu den Favoriten.

Radetzkymarsch zu Schluss

Zum Abschluss zog traditionsgemäss die Berittene Artilleriemusik Solothurn hoch zu Ross durch die Hauptgasse. Der Jubel kannte keine Grenzen, als die vereinten Musikvereine auf der St. Ursentreppe unter der Leitung von Dimitri Vasylyev gemeinsam den Hit «YMCA» sowie den Solothurner Marsch spielten. Als die Lucerne Marching Band im Anschluss voller Siegesfreude den Radetzkymarsch anstimmte, klatschten alle begeistert mit – würdiger Schlusspunkt einer Marschparade der Superlative, die weit mehr als nur Marschmusik präsentierte.