Ein Konzert der besonderen Art im Innenhof des Schlosses

BURGDORF: Gegen 200 Personen verfolgten ein multimediales Spektakel der feineren Art – Musik aus dem Mittelalter bis in die Moderne, umrahmt von einer Geschichtenerzählung und gespickt mit solistischen Einlagen.

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Text: Beat Waldmeier, D'Region, 8. September 2016 (Original-Bericht)

Wenn eine Musik ihr Konzert nicht pünktlich beginnt, ist dies in der Regel ein gutes Zeichen. Dies war auch so im Falle des Konzerts der Brass Band Emmental im Innenhof des Schlosses Burgdorf am Samstagabend. Die kleine Verspätung beruhte auf dem grossen Andrang von Zuhörerinnen und Zuhörern, sodass in aller Eile noch zusätzliche Stühle und Bänke herangeschafft werden mussten.

Gegen 200 Personen verfolgten schliesslich ein multimediales Spektakel der feineren Art. Einerseits spielte die Brass Band Musik aus allen Generationen, die Historiengruppe Zähringervolk inszenierte ein paar Szenen aus der Geschichte der Stadt, und dazu sorgte die Beleuchtung des Innenhofs für eine wohlige Stimmung, unterstützt vom Wetter, das um diese Jahreszeit wohl kaum besser sein kann. So genoss das Publikum einen feinen Musikabend mit gehobener Blasmusik, die man in dieser Qualität und in der Art der gewählten Stücke sonst selten hört. Stücke wie «Intrada – eine feste Burg» (Ray Farr), «Ouverture Henry V» (Ralph Vaughan Williams) oder «Freaks» (Gavin Higgins) mögen dem breiten Publikum zwar nicht so bekannt sein, was dem Musikgenuss keinen Abbruch tat. Bei «Ardross Castle» aus der «Hymn of the Highlands» von Philip Sparke dürfte das Wiedererkennen dann grösser gewesen sein. Dirigent Jan Müller leitete die 30-köpfige Band souverän, und die Posaunisten-Koryphäe Armin Bachmann glänzte als Solist.

Zwischen den Musikstücken unterhielt die Historiengruppe mit den angesprochenen Szenen und Lesungen aus der Zeit von 1388 bis heute. Da kam die Hühnersuppe ebenso vor wie Schulmeister Heinrich Pestalozzi oder die französische Revolution. Gut anderthalb Stunden dauerte das Konzert, das im Schlosshof von einer ausgezeichneten Akustik profitierte, welche die Brass Band auch geschickt ausnützte. So bleibt das Fazit: Das Risiko hat sich in allen Belangen gelohnt.